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Die unendliche Geschichte eines Regenbogens

Eigentlich sollte es im letzten Jahr auch das letzte internationale Regenbogenprojekt im Rahmen der Bundesgartenschau in Premnitz sein. Doch die Dinge nehmen ihren eigenen Verlauf. So wurde der 1999 in Berlin gebaute Regenbogen im Mauerpark im Herbst 2015 aus Sicherheitsgründen geschlossen und kurzer Hand abgebaut. Es wurde vermutet, dass die Fundamente instabil geworden seien. Zurück blieb ein trauriges Bild von einem Labyrinth aus Holzstümpfen, das von den Kindern ungebrochen bespielt wurde.
Für den Verein „Freunde des Mauerparks“ wurde schnell klar, dass man sich für den Erhalt des Spielplatzes in seiner ursprünglichen Bedeutung stark machen muss. Gemeinsam mit dem Bezirk und den Initiatoren der Regenbogenprojekte wurde eine Lösung gesucht und gefunden.
„Ich bin sehr glücklich darüber, dass uns in so schwierigen Zeiten gelungen ist, den Regenbogen als Zeichen der Hoffnung wieder zurück in den Mauerpark zu bringen.“ Alexander Puell, Vorsitzender der Freunde des Mauerparks e.V.

Das Besondere an diesem Projekt ist, dass der Regenbogen in mehreren Teilen und unter Einbeziehung lokaler Aktionsgruppen aufgebaut wird. Anfang August 2016 wurden nun die ersten beiden Teile unter der fachlichen Anleitung von Klaus-Peter Gust und Torsten Weiß von der Firma SIK-Holz errichtet. Die Teilnehmer setzten sich aus zwei Gruppen unterschiedlicher Prägung zusammen. 7 Teilnehmer wurden von Pastor Rolf Martin und Pfarrer Heinz Joachim Lohmann aus Deutschland, Tansania und Südafrika geworben. 5 Teilnehmer kamen aus der Notunterkunft für junge Männer in der Malmöer Straße. Mit dabei natürlich auch die „Freunde des Mauerparks“, alle umsorgten und selbst mit anpackten.

Die Regenbogenspielplätze sind bedeutsame Symbole der Versöhnung und Verständigung zwischen den Kulturen in vielen Ländern der Welt, die schwerwiegende Konflikte erlebt haben. Der Regenbogen im Mauerpark entstand 1999, 10 Jahre nach dem Fall der Mauer in Deutschland und Europa, auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost- und Westberlin. Die Teilung der Stadt, die eine Folge der Kriege des 20. Jahrhunderts war, ist schon fast vergessen. Nicht vergessen können wir die Kriege im Nahen Osten. Die Schicksale der Menschen dort erfuhren wir aus erster Hand, von den Männern aus der Malmöer Straße.

Am 29. Juli 2016 verabschiedete sich die bunt gemischte Gruppe der Regenbogenbauer mit einem kleinen Kinderfest aus dem Mauerpark. Die offizielle Einweihung des neuen Platzes erfolgte 24. August 2016, nachdem alle Fundamente ausgehärtet waren, durch den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Jens-Holger Kirchner, den Mitarbeitern des Grünflächenamtes, den Freunden des Mauerparks, den Männern aus der Malmöer Straße und natürlich Klaus-Peter Gust, dem Erfinder des Regenbogenspielgerätes.

Möglich werden konnte der Beginn des Wiederaufbaus nur, weil die Spendenkampagne der „Freunde des Mauerparks“ einen Sockelbetrag zusammenbrachte und SIK-Holz das Projekt mit Eigenleistungen unterstützte. Weitere Spenden sind nötig, damit 2017 der Regenbogenspielplatz in ganzer Schönheit den Kindern im Mauerparks zur Verfügung steht.
Informationen zur Spendenaktion finden sie unter Freunde des Mauerparks und betterplace.

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