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Gräserspielplatz

Wittenberg, eine Kleinstadt in Sachsen Anhalt ist weltweit bekannt als die Wiege der Reformation. Aus diesem Grund trägt sie auch den Beinamen Lutherstadt, denn hier schlug der Reformator Martin Luther vor fast 500 Jahren seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche, in denen er die Missbräuche und den Ablasshandel in der Kirche seiner Zeit anprangerte.
2017 jährt sich dieses historische Ereignis zum 500sten Mal. Mit der Lutherdekade gestalten Kirche und Staat zusammen in 10 Themenjahren den Weg hin zum Reformationsjubiläum. Als Zeichen der weltweiten Ausstrahlung der Reformation und der Verbundenheit der christlichen Kirchen entstand die Idee eines Luthergartens. Kirchen aus aller Welt und aller Konfessionen sind eingeladen, die Patenschaft für einen der 500 Bäume zu übernehmen und gleichzeitig einen Baum im Bereich der Heimatkirche zu pflanzen.

Je näher das Jubiläum rückte, desto mehr Platz brauchte der Garten, bis er schließlich an den angrenzenden, in die Jahre gekommenen, Spielplatz in der Andreasbreite stieß.
Luthergarten gegen den Spielplatz? Muss der Spielplatz dem Reformationsdenkmal weichen? Luther wäre sicher für einen Spielplatz gewesen, wie sich aus dem folgenden ihm zugeschriebenen Zitat „Sollen wir Kinder ziehen, so müssen wir auch Kinder mit ihnen werden.“ interpretieren lässt. Natürlich waren auch viele Wittenberger dafür und machten sich für den Erhalt des Spielplatzes stark.

So wurde in einem durch die Stadt Wittenberg unter Leitung von Anett Paul vom Fachbereich Stadtentwicklung initiierten Moderations- und Beteiligungsprozess der Spielplatz etwas versetzt und mit SIK-Holz® zusammen entwickelt. Passend zum Garten wurde für den Spielplatz das Thema „Mikrokosmos“ gewählt. In einer 100fach vergrößerten Gräserlandschaft tummeln sich nun die Kinder kletternd, hüpfend, schaukelnd und balancierend, aber auch in Sand- und Rollenspiele vertieft, auf dem neuen Spielplatz. Auch für die Erwachsenen gibt es Orte zum Mitspielen, Zuschauen und Ausruhen.

Ein herzliches Dankeschön allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, insbesondere Anett Paul von der Stadt Wittenberg.

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