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Spielen im Barock

Die diesjährige Landesgartenschau in Oranienburg lässt gärtnerische und wasserbauliche Traditionen der Niederlande zur Zeit des Barocks wieder aufleben. Die Neugestaltung der Außenanlagen rund um das Schloss von Oranienburg nimmt dadurch Bezug zur Namenspatronin der Stadt – Louise Henriette von Nassau-Oranien – und gibt Einblicke in das Leben und Wirken der Großen Kurfürstin. Sie setzte besonders nach dem Ende des 30jährigen Krieges Hoffnungszeichen durch die Errichtung von Musterwirtschaften und sozialen Einrichtungen. In Anlehnung an die verspielte Zeitepoche des Barocks integrieren sich auch die Spielelemente auf der Landesgartenschau in die Traumlandschaften der Großen Kurfürstin.
Inspirieren ließen sich die Planer der Landesgartenschau für die Gestaltung der Spielbereiche von einem Gemälde Pieter Bruegels d.Ä., einem Landsmann Louise Henriettes aus den Niederlanden. Er wirkte etwa 100 Jahre vor der großen Kurfürstin zu einer Zeit, als die Welt aus den Fugen geraten war. Reformation und Gegenreformation waren das gesellschaftliche Thema. In dem Bild „Kinderspiele“ von Pieter Bruegel d.Ä., das auf den ersten Blick Freude am Spiel vermittelt, steckt jedoch in der Betrachtung der gesellschaftlichen Verhältnisse ein tiefer moralisierender Sinn und der Traum von einer friedlichen Welt.

Auf dem Bild sind über 80 Kinderspiele dargestellt, die zum Teil vergessen sind, zum Teil aber auch heute noch gespielt werden. Zentrales und wichtigstes Element der Spiellandschaft ist das „Speelhus Piet“.
Das durch die Firma SIK-Holz® / Langenlipsdorf erbaute, große Spielhaus bezieht sich in seiner äußeren Gestaltung direkt auf das Gemälde. Im Inneren bietet es auf 5 Ebenen viele Spielmöglichkeiten an. Treppen, Stiegen und Rutschen verbinden die Ebenen und zeigen zugleich die Enge der damaligen Zeit. Es ergeben sich Bewegungs- und Handlungskreisläufe, die von den Kindern immer neu kombiniert werden können. In den einzelnen Ebenen gibt es Bereiche zur Öffnung der Sinne, der spielerischen Kommunikation und der Balance. Die Höhe und Zugänglichkeit des Spielhauses ermöglicht eine altersübergreifende und integrative Nutzung. So ist die untere Etage des Hauses mit dem Rollstuhl befahrbar und auch Erwachsene können alle Ebenen des Hauses, wenn auch teilweise gebückt, erkunden.

Neben dem zentralen Spielelement gibt es auch viele dezentrale kleine und größere Spielflächen auf denen „vergessene Spiele“ aus dem Gemälde von Pieter Bruegel d.Ä. gespielt werden können. Das Bild Bruegels ist so fast 500 Jahre nach seiner Entstehung, eingebettet in die Traumlandschaft der Großen Kurfürstin Preussens, Wirklichkeit geworden.

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