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Spielen im Hafen von Herzberge

Im Sprachgebrauch steht das Wort „Hafen“ oft als Sinnbild für Schutz und Sicherheit oder auch für die Erfüllung einer Hoffnung oder einer Sehnsucht. So wurde der „Hafen“ auch das übergeordnete Thema für die Neugestaltung des Spielplatzes im evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin. Der „Hafen“ als Anlaufstelle für gesundheitliche Probleme und als Hoffnung auf Genesung.
Das Krankenhaus liegt im Berliner Stadtteil Lichtenberg inmitten einer denkmalgeschützten weitläufigen, Parkanlage. Hier steht eine ganzheitliche Behandlung der Patienten im Mittelpunkt. Insbesondere der Außenraum soll den Menschen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten und zu einer schnellen Genesung beitragen. Für die Behandlung der Kinder- und Jugendlichen wurde im Frühjahr 2015 ein integrativer, barrierefreier Spielraum geschaffen. Er dient sowohl dem freien Spiel als auch der Verbesserung der motorischen und sinnlichen Fähigkeiten der Kinder. Dabei soll der Spielplatz die gesamte Vielfalt abdecken und altersübergreifende Spielangebote bereitstellen. Er soll als „normaler“ Spielplatz wahrgenommen werden. Denn nur wenn die Chance zur Begegnung aller Altersgruppen besteht, kann ein integrativer Spielraum entstehen.

Der neue Spielplatz bietet sowohl den Patienten der Kinderepileptologie als auch deren Familienangehörigen und anderen Besuchern attraktive Bewegungs- und Spielmöglichkeiten.
Für die ca. 200 m² große Sandspielfläche wurde eine multifunktionale Spielanlage entwickelt. Eine Rollstuhl befahrbare Steganlage mit unterfahrbarem Sandtisch und einem Geländer aus verschiedenen Materialien mit teilweise beweglichen Elementen führt zu den Speicherhäuschen des Hafens. Diese bieten Raum für Rollen- und Sinnspiele. Ein Spielhaus dient zugleich als abschließbares Gerätehaus für das mobile Spielzeug. Über eine Sandtransportanlage kann der Sand von der Steganlage zu einem kleinen Sandboot mit weiteren Sandspielelementen transportiert werden. Neben diesem kleinen Boot steuert auch ein großes Schiff den Hafen an. Durch verschiedene Auf- und Abgänge kann das Schiff erkundet werden. Das Heck ist ebenfalls mit dem Rollstuhl befahrbar. Hier kann über ein Periskop die Welt außerhalb des Hafens beobachtet werden.

Im Umfeld der Sandspielfläche ergänzen zwei Schaukeln, ein Balancierparcours, zwei Trampoline und eine Tischtennisplatte das Spielangebot. Eine Schaukel ist mit einer großen Nestwanne für sichere Sitz- und Liegeplätze ausgestattet. Zwei große halbkreisförmige Sitzgruppen bieten viel Platz für Tischspiele und Mahlzeiten im Freien. Die Tische können vom Weg aus mit dem Rollstuhl angefahren werden.

Geplant wurde die Gesamtanlage vom Büro LandschaftsArchitektur Wiebold in Osnabrück. SIK-Holz entwickelte und baute die Spielgeräte auf der Grundlage einer funktionalen Ausschreibung. Für die gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Wiebold und dem ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken.

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